„Nachdeme Ihre Majestät die Römische Kaiserin, Königin zu Hungarn und Böheim, Erz-herzogin zu Oestereich etc. Maria Theresia, unsere Aller-gnädigste Frau und Landes=fürstin Mitwoch den 8. Decemb. (wie schon jüngsthin gemeldet wordem,) nach 1. Uhr zu Mittag, mit einem schönen und wol=gestalteten Erz=herzog zu algemeiner Freude Dero gesamten Erb=königreichen und Landen glücklich entbunden worden; seynd sogleich annoch selbigen Tages die behörige Anstalten, um Höchst=denselben Abends tauffen zu lassen, vorgekehret worden“
So beginnt im Extrablatt zu Nummer 99 des Diariums vom 11. Dezember 1756 der mehrseitige, detaillierte Bericht über die Taufe Erzherzog Maximilian Franz Xaver Joseph Johannes Antonius von Padua Wenzel von Österreichs, des jüngsten Sohnes Kaiser Franz‘ I. Stephan und seiner Gemahlin Kaiserin Maria Theresia.
Dieses Kind, das von seiner Mutter liebevoll Max Franz genannt wurde, wurde bereits im Alter von 13 Jahren zum Koadjutor seines Onkels Karl Alexander von Lothringen, seit 1761 Hochmeister des Deutschen Ordens, gewählt. Im Jahr 1780 trat er dessen Nachfolge als Hochmeister an und wurde am 25. Oktober 1780, knapp einen Monat vor dem Tod Kaiserin Maria Theresias, feierlich inthronisiert.
Bereits 1784 folgte er zudem Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels als Kurfürst und Erzbischof von Köln sowie als Fürstbischof von Münster nach. Noch im selben Jahr empfing er innerhalb weniger Monate die Subdiakonen-, Diakonen- und Priesterweihe; im darauffolgenden Jahr wurde ihm schließlich auch die Bischofsweihe gespendet.
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Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger nahm Maximilian Franz sein geistliches Amt sehr ernst. Er zelebrierte häufig die heilige Messe, spendete das Sakrament der Firmung und konsekrierte Kirchen. Auch sein Amt als Hochmeister des Deutschen Ordens erfüllte er mit großem Pflichtbewusstsein. In einer politisch schwierigen Zeit setzte er sich nachdrücklich für den Fortbestand des Ordens ein und bemühte sich trotz unterschiedlicher Konfessionen um ein brüderliches Miteinander. Durch ausgedehnte Visitationsreisen und ein sorgfältiges Studium der Akten verschaffte er sich einen umfassenden Überblick über die Besitzungen des Ordens und die Menschen, die dort lebten.
Zerstreuung suchte er weniger bei glanzvollen Hoffesten als vielmehr in der Musik. Als Förderer Ludwig van Beethovens ermöglichte er diesem das Studium bei Joseph Haydn in Wien.
Klaus Oldenhage charakterisiert ihn treffend: „Max Franz war im Meistertum wie in Kurköln und im Fürstbistum Münster kein stürmischer, eher ein bedächtiger Reformer.“ (QuSt 40, S. 270)
Die politischen Umstände und die Kriegsereignisse zwangen ihn 1794, vor den einrückenden französischen Truppen zu fliehen. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er, enttäuscht und von schwerer Krankheit gezeichnet, in Hetzendorf bei Wien, wo er am 26. Juli 1801 im Alter von nur 45 Jahren seine Seele in Gottes Hand zurücklegte. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Wiener Kapuzinergruft.
Wenige Wochen zuvor, am 3. Juni 1801, war Erzherzog Karl zum Koadjutor gewählt worden. Er trat nach dem Tod Maximilian Franz‘ dessen Nachfolge als Hochmeister des Deutschen Ordens an und bekleidete dieses Amt für wenige Jahre.
HM
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Bilder: Schatzkammer des Deutschen Ordens , privat (FW)





