Das Titelfest des Deutschen Ordens – Kreuzerhöhung – hat seinen Ursprung in Jerusalem und geht auf die Weihe der Martyriumsbasilika am 13. September 335 zurück. Nach der schon früheren Auffindung des Kreuzesholzes wurde beim alljährlichen Weihefest der Basilika dieses zur Verehrung ausgestellt und gemeinsam mit dem Märtyrerkult soll es an den Kreuzestod Jesu Christi erinnern. Der Deutsche Orden wählte sich, nach dem Vorbild der Kreuzfahrenden, das Kreuz zum Ordenszeichen.

Mit einem Pontifikalamt mit S.E. Hochmeister Generalabt P. Frank Bayard OT, sowie der Konzelebration von P. Piotr Rychel als Vertreter der österreichischen Brüderprovinz, wurde am Sonntag, 13. September 2020, in der Deutschordenskirche St. Elisabeth in Wien, diesem Titelfest gedacht. Als Ordinarium Missae gelangte die Missa sexti toni von Johann Ernst Eberlin (1702 – 1762) unter der bewährten Leitung des Hochmeisterlichen Kapellmeisters Thomas Dolezal zur Aufführung. Eberlin stand ab 1726 als Organist und Kapellmeister im Dienste der Salzburger Erzbischöfe und prägte – unmittelbar vor der Ära Mozart – -das Salzburger Musikleben. In seiner Homilie ging der Hochmeister u.a. auf das Kreuz als Erlösungszeichen ein, welches Halt im Leben gibt. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass Gott zu den Menschen steht, aber auch für die Rückbindung zum Alten Bund. Für den Deutsche Orden ist das Kreuz Identifikationsobjekt und Zeichen der Hoffnung, aber auch ein Höchstmaß an Solidarisierung und Liebe.

Die abschließende Agape bei einem lauen Spätsommerabend im Deutschordenshof unter Anwesenheit des spanischen Botschafters in Österreich, S.E. Juan Bautista Sunyé Mendía, gab noch ausreichend Gelegenheit zum persönlichen Gedankenaustausch.

MR Prof. Dr. Rudolf Müller FamOT

Balleimeister